Hoppla, wir waren richtig früh vor Ort. Die Bühnenaufbauer hatten gerade mal das Nötigste stehen, die andere Band noch nicht da, und 1,5 h später sollten wir anfangen zu spielen, also um 18 Uhr. Das wurde nix. War auch irgendwie klar: Die Technik konnte erst sehr spät mit der Verkabelung anfangen, da auf dem Marktplatz eben noch Markt war, und da waren Verzögerungen vorprogrammiert. Nachdem die andere Band ihren Soundcheck durchgezogen hatte, konnten wir nach einem äußerst kurzen Line- und Monitorcheck, erst nach sieben anfangen. Das Programm musste empfindlich gekürzt werden. Beruhigend war in dieser Situation wenigstens, dass uns unser routinierter Bernd Soulier am Mixer zur Seite stand.
Nun, der Platz vor der Bühne war dann eben auch... der Marktplatz von Reutlingen. An den Bierbänken saßen einige Zuschauer, und immer wieder gab es "Laufkundschaft" mit Einkaufstüten. Diese Leute blieben dann auch stehen und hörten sich uns brav an, klatschten evtl. ein wenig und gingen dann ihren Geschäften nach. Eindeutig zu früh für Spring!...rocks! So verhallten unsere zaghaften Aufforderungen eher in der Weite des Platzes. Aber kein Vorwurf an die Reutlinger: Es war einfach alles noch so... so... so... nüchtern! Wirklich alles? Nein, ein kleine Gruppe Punks gesellte sich lauthals zu uns an die Bühne. Obwohl wir ihnen nicht die Musik bieten konnten, die sie eigentlich hören wollten, blieben sie wacker bei der Sache. Noch nicht einmal, als es im zweiten Drittel heftig anfing zu regnen. Nicht etwa so ein paar Tropfen, nein, richtig viel Wasser. Den Jungen und Mädels vor der Bühne machte das nichts. Die Shopper verkrochen sich schnell nach Hause oder unter weit entfernte Bäume oder in den Eingangsbereich der Einkaufshäuser am Markt, während wir dann doch ein wenig Punkrock spielten. Um Punkt neun beendeten wir das nasse Set mit "Perfekte Welle" und räumten unseren Krempel von der Bühne. Nach dem einen oder anderen Bierchen gingen wir ins "Alexandre" am Marktplatz und aßen noch lecker oder schlürften einen Cocktail.
Man kann nur sagen: Seltsamer Auftritt. Wir waren gerade mal warmgespielt, und da war es auch schon vorbei. Didi brauchte nur einen T-Shirt-Wechsel, und der Großteil der Band war noch am gleichen Tag zuhause. Sehr komisch. Wir sind halt doch eher eine Partyband, als das Vorabendprogramm. Dennoch danke an die wenigen wackeren Tänzer!





